sebastian.briegleb.com
IT/SEO/WebDev Consultant

· · Pages · Recent Posts · Search · Categories · Blogroll · Archives · SEO · Marketing · RSS Feed · ·

March 27, 2006

Wenn Web Design Suchmaschinen-Plazierungen konterkariert…

… wird es teuer. Organischer SE traffic ist mit vermurksten Architekturen kaum zu bekommen, dementsprechend (zu) hoch sind die Ausgaben für search marketing und konventionelle Werbung.

Der Konflikt zwischen innovativen und oft viel zu technikverliebten Web-Designern und Suchmaschinenoptimierern ist uralt, und er hat viele Ursachen. Stephan Hertz hat dankenswerterweise einen immer noch sehr aktuellen heads-up von Rainer Kersten ausgegraben, Der Suchmaschinen-Robot und der Webdesigner [September 2003]. Dieser amüsante Dialog zwischen einem führenden Web-Designer und einem SE crawler am Tresen einer Düsseldorfer Altstadtkneipe ist hervorragend dazu geeignet, kreative Höhenflieger auf den Boden der Marketing-Realität zurückzuholen.

Philipp Lenssen hat seinerzeit diesen fiktiven chat als ‘Märchen’ bezeichnet, ich würde ihn eher als kaum überzeichnete Persiflage einer im Berufsalltag immer wieder geführten Diskussion einordnen. Bevor ich Prügel für ungerechtfertigte Pauschalisierungen einstecke: nicht alle Web-Designer sind borniert, abgehoben, und verwirklichen sich fern der Web-Realität. Sehr viele dieser kreativen Künstler liefern solide Arbeit ab, die von Suchmaschinen durch perfekte Indexierung honoriert wird. Ansprechendes Design und SEO sind nicht inkompatibel.

Haufenweise Web-Designer allerdings sollten sich besser ein anderes Hobby suchen, bevor sie ihren nichts Böses ahnenden Mandanten noch mehr schaden. Hier ist ein Beispiel vom 13. Juni 2003, das ohne Weiteres als Quelle für Rainer Kersten’s realitätsvermittelndes ‘Internetmärchen’ gedient haben könnte:

Intro pages sind eine Seuche

Es mag hier und da Surfer geben, die auf langsam ladende Effekthaschereien stehen, doch in den seltensten Fällen sind das die adressierten Besucher.

Wenn ich einen Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Rechtsbeistand suche, werde ich leider niemals bei Gerhard Albus in Wilnsdorf-Niederdielfen landen. Alle wichtigen Informationen sind in META tags versteckt, die in der Vergangenheit so massiv misbraucht wurden, dass Suchmaschinen sie weitgehend ignorieren. Es finden sich hier zudem überflüssige META tags, die es wie z.B. “Revisit” gar nicht gibt, aber zumindestens enthält das title tag Herrn Albus’ Namen und Berufsbezeichnung.

Der prominente Text “Zertifiziert für gesetzlich vorgeschriebene Abschlussprüfungen nach § 57a Abs. 6 Satz 1 WPO” auf der home page ist belanglos für die Mehrheit der googelnden Unternehmer, denen der § 267 HGB genausowenig sagt wie die WPO, auch wenn der Satz für ein #1 Suchmaschinenranking sorgt, das mangels suchenden Benutzern dem Herrn Albus allerdings nichts nützt.

Der obligatorische Besucherzähler und der Hinweis auf die Web browser IE6 und NS7 tragen zur Relevanz der lesbaren und von Suchmaschinen indexierbaren Informationen auf der Startseite auch nichts bei. Der Rest ist flash, hübsch gemacht, aber lästig und vom Web browser ohne ein plug-in weder ausführbar noch von Suchmaschinen sinnvoll indexierbar. Im schlimmsten Fall wird der Besucher eine Fehlermeldung erhalten und auf die Macromedia site weitergeleitet, um den plug-in nachzuinstallieren. Würde ein Leiter des Rechnungswesens, der via Firewall surft und keine Software aus dem Web installieren darf, das tun? Mitnichten, sein Web browser hat eine Zurück Taste, die er jetzt auch gebraucht. Der Suchmaschinenroboter dagegen folgt dem klitzekleinen “weiter” link in die hell of frames.

Für die im source code genannte Web-Designerin gilt: Klassenziel nicht erreicht. Die home page sieht nett aus, verfehlt aber ihren Zweck als information hub der Web site zu fungieren. Nicht ein Jota sachdienliche Information über das Leistungsangebot von Herrn Albus ist von der index page aus erreichbar, und eine site map gibt’s auch nicht.

Wären Suchmaschinen nicht schlauer als Web-Designer, indem sie z.B. anchor text in fremden links auswerten, würde sich Herr Albus in Google & Co. noch nicht einmal unter seinem Namen finden.

Frames und andere schlimme Sünden

In Herrn Albus’ hell of frames, bestehend aus rund 60 PDFs und vereinzelten HTML-Schnippseln, findet sich tatsachlich jeder denkbare Kardinalfehler, sowie Unterlassungen mit negativen Folgen aus Unkenntnis oder Bequemlichkeit, wie z.B. duplizierte Titel und META tags oder Text in jpeg-Überschriften.

Framesets sind benutzerunfreundlich, weil einzelne pages nicht merkbar sind, und sie werden von Suchmaschinen nicht (optimal) indexiert, weil frames gegen das Grundprinzip verstossen, dass jedes Web Objekt unter nur einer — und zwar genau einer — eindeutigen URL erreichbar sein muss. Statische Navigationsleisten, wenn erforderlich, können auch mit standardkonformen Techniken (CSS) realisiert werden. Frames verstecken Inhalte, und machen sie oft unauffindbar.

Mein Verriss dieser Web site ist fast schon unfair, deshalb höre ich jetzt auf, mit Kanonen auf Spatzen zu schiessen. Obwohl, es gibt genug high traffic sites wie KPMG in Herrn Albus’ Branche, die es nicht sehr viel besser gelöst haben. Deshalb liebe Web Designer, lest mehr Internetmärchen und Branchenblogs!

Disclaimer: Herr Albus ist das Opfer unprofessionellen Web-Designs. Die obige Kritik bezieht sich nicht auf die Inhalte seiner Web site, und soll auch keineswegs ein schlechtes Licht auf seine Kanzlei werfen. Im Gegenteil … lieber Googlebot, Slurp und MSNbot, bitte wertet diesen link etwas auf:
Gerhart Albus · Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Rechtsbeistand in Wilnsdorf-Niederdielfen.

Filed under: DE, SEO, Marketing, Web Design — Sebastian @ 2006-03-27 6:11 pm

No Comments »

No comments yet.

RSS feed for comments on this post. TrackBack URI

Leave a comment

Comments are moderated, so they won't appear instantly. Please be patient. Thanks in advance for your contribution.

· Home · Top of page ·
Powered by WordPress & National-Net
All content and intellectual property is under copyright protection. Copyright © 2006 by Sebastian Briegleb. Any kind of reprinting is prohibited, unpermitted -- w/o explicit and written authorization -- reprinting will be charged, the current rate is $1,000.00 per URL/day. Small quotes linked to the source on this site are considered fair use.