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March 15, 2006

Böse Falle SEO?

Perun’s Weblog und das S-O-S SEO Blog wärmen eine uralte Diskussion auf: Ist der Suchmaschinenoptimierer böse?

Natürlich ist er das nicht, schliesslich erbringen Suchmaschinen selbst SEO consulting services für Grosskunden wie AOL, und erkennen die Arbeit seriöser Suchmaschinenoptimnierer durchaus an.

Letztlich geht es doch nur darum, ob und wie lange ein Unternehmen mit fragwürdigen SEO-Taktiken durchkommt. BMW’s Auszeit war deshalb so kurz, weil Google es sich nicht leisten kann, auf navigatorische queries die falsche Antwort (.com statt .de) zu liefern. Jedes andere Grossunternehmen kann genauso unbeschadet, bzw. sogar mit Gewinn unter dem Strich, von Google & Co. unerwünschte Optimierungsmethoden anwenden.

‘Pragmatisches SEO’ ist nicht unbedingt ’schlecht per se’, solange es funktioniert und ein backup plan existiert (was bei BMW.de versäumt wurde, und das ist die eigentliche Blamage für den SEO). Der SEO der den ‘Pfusch’ implementiert hat, ist genausowenig angreifbar wie ein Strafverteidiger oder Steuerberater. (Genau deshalb pflegen die Suchmaschinen den intensiven Dialog mit sogenannten ‘blackhat SE spammers’, obgleich sie dieselben offiziell brandmarken.) Im besten Interesse des Mandanten zu handeln ist Ehrensache für Berater, die üblicherweise nicht für ihr ethisches Empfinden bezahlt werden, sondern für Erfolge, messbar in harter Währung. Geehrt sei der SEO, der solche Aufträge ablehnt. Aber wer — wenn er dazu in der Lage ist — tut das wirklich? Ich habe es bisher immer so gehandhabt, aber in einer wirtschaftlichen Flaute würde ich mich nicht wirklich auf meine Ethik verlassen wollen.

Der BMW-Fall und der dazugehörige Medienrummel ist in Wahrheit kontraproduktiv, er schadet seriösen SEOs und auch Google selbst. Welcher Mandant sieht den Unterschied zwischen seiner download-cheap-ringtones site und bmw.de? Der Unternehmer bzw. Marketingleiter sagt sich doch “wenn die nach fünf Tagen wieder drin waren, kann es für mich doch auch kein soooo grosses Risiko bedeuten, gelle?”. Matt Cutt’s Reaktion auf Philipp Lenssen’s outing post hat m.E. ein falsches Signal gesendet, und seine ehrenwerte Kampagne kontakariert. Seriöses SEO-Consulting im Mittelstand zu verkaufen ist dadurch zumindestens nicht leichter geworden.

Zurück zu ‘gut und böse’ … böse ist nur der SEO der seine Mandanten nicht eindringlich genug auf die Risiken seiner — mehr oder weniger kurzfristig — erfolgreicher Methoden hinweist. Und — leider — ist das oft Usus, nicht nur in heiss umkämpften Märkten, wo blackhat Taktiken nicht immer zu vermeiden sind. In der nahen Zukunft werden, dank verbesserter spam filter und dem SEO-Werkzeug spam report, viele Mittelständler den gewohnten Google traffic schlagartig vermissen, ohne zu wissen warum. Das ist eine böse Falle. Für viele Unternehmen ist es sogar existenzgefährdend. Was für BMW geht, kann kleineren Unternehmen wirklich schaden. Ehrlichkeit und umfassende Aufklärung des Mandanten zeichnet den ‘guten SEO’ aus, nicht aber (Lippen-)bekenntnisse zu SE guidelines.  Obwohl es in fast allen Fällen Sinn macht, denen zu folgen.

Filed under: DE, SEO — Sebastian @ 2006-03-15 3:49 am

3 Comments »

  1. Neben der “(Lippen-)bekenntnisse zu SE guidelines” sind auch Zertifizierungen von Verbänden mit Vorsicht zu genissen - ist die organisierte Bekenntnis-Form!
    In von mir beobachteten Branchen scheinen die letzten Jahre geschätzte 80 Prozent des SEO-Spam von höchstens 20 Prozent der dort vertretenen SEO´s zu stammen - das Pareto-Prinzip lässt grüßen und könnte mal wieder stimmen. Demnach wäre tatsächlich die große Masse der SEO´s “gut”, aber die “bösen” prägen das SEO-Image … ;-)

    Comment by Frank — March 25, 2006 @ 1:55 am

  2. Tja, mit diesem Image müssen wir wohl leben ;) Nicht wirklich. Es macht keinen Sinn, eine Branche zu verteufeln oder hochzuloben. Und wer SEO services braucht, schaut auf das Individuum, nicht die Herde. Genauso halten es die SEs.

    Comment by Sebastian — March 25, 2006 @ 3:40 am

  3. Search Engine Optimization - also Optimierung für Suchmaschinen. Wieso sollte es böse sein. Google hat ja nichts gegen eine Optimierung. Solange es nicht in Spam ausartet, profitieren ja alle: Themenrelevante Seiten werden unter passenden Keys gefunden, Google und Co erfreuen die Besucher mit guten Links und auch der Seiteninhaber freut sich über Kunden.

    Nur leider ist es so, dass wenn man etwas nicht versteht (wieso steht die Seite vor meiner?), so wird es meistens als böse abgestempelt.

    Comment by Max — May 15, 2006 @ 6:46 pm

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